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Austausch.

Mir ist aufgefallen, dass auf Social Media häufig Personen oder Personengruppen bezüglich einer bestimmten Verhaltensweise angeklagt werden.


  • Führungskräfte sollen besser… 

  • Männern/Frauen dürfen nicht…

  • Die GenXYZ möchte immer…

  • Politiker… Unternehmen…


Mir ist auch aufgefallen, dass diese Aussagen polarisieren und einige Menschen triggern. Es entstehen emotionsgeladene Diskussionen, seltener ein echter Austausch, in dem sich Menschen begegnen. Der Verbundenheit und vielleicht auch Lösungen schafft. (Ist das jetzt auch eine Anklage?! )


Das Aufzeigen von Fehlverhalten ist nur ein Bruchteil eines Veränderungsprozesses. Zu sagen, „dein Verhalten ist doof, mach es bitte anders“, erzeugt mehr Widerstand als Bewusstsein. Noch dazu erhitzt es die Gemüter.


Um ehrliche Antworten zu erhalten, müssen wir nicht anklagen – wir dürfen die richtigen Fragen stellen.


Eine könnte lauten: Von WEM (Sender) geht das zu beklagende Verhalten aus?


Denn Konflikte oder respektloses Verhalten entstehen stets im Unbewusstsein. In Form von konditionierten Verhaltensmustern, die die sendende Person vielleicht gerade reproduziert, um der eigenen Angst vor der schmerzenden inneren Wunde nicht begegnen zu müssen.


𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐮𝐭, 𝐚𝐛𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐛ö𝐬𝐞. 𝐄𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐮𝐧𝐛𝐞𝐰𝐮𝐬𝐬𝐭𝐞𝐬 𝐕𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧.


Ebenso müsste man klären, WER (Empfänger) sich von dieser Person oder Personengruppe gerade gestört oder verletzt fühlt.


Wie in meinem vorherigen Beitrag beschrieben, ist es nicht das Verhalten eines anderen, das uns verletzt, sondern die Wunde in uns, die dadurch getriggert wird. Also hat vielleicht auch der Empfänger ein Thema, vor dem er sich verschließt und stattdessen mit dem Finger auf andere zeigt.


𝐃𝐚𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐠𝐮𝐭, 𝐚𝐛𝐞𝐫 𝐚𝐮𝐜𝐡 𝐧𝐢𝐜𝐡𝐭 𝐛ö𝐬𝐞. 𝐄𝐬 𝐢𝐬𝐭 𝐞𝐢𝐧 𝐮𝐧𝐛𝐞𝐰𝐮𝐬𝐬𝐭𝐞𝐬 𝐕𝐞𝐫𝐡𝐚𝐥𝐭𝐞𝐧.


Solange die Wunde aktiv ist, wird auch das unbewusste Reiz-Reaktions-Verhalten an den Tag gelegt. Das Resultat: ein Ping Pong aus Angriff und Verteidigung. Ein Schlagabtausch, an dem keine Erwachsenen, sondern verletzte innere Kinder beteiligt sind.


In beiden Fällen darf Unbewusstheit nicht als Rechtfertigung für z.B. Respektlosigkeit dienen. Aber Unbewusstheit als Ursache zu erkennen, ist entscheidend für eine erwünschte Lösung. Dann sind wir nicht mehr bei der Verhaltens- sondern bei der Bewusstseinsebene.


Diese Erkenntnis kann bereits einen ehrlichen Austausch fördern. Wer darüberhinaus den Mut hat, sich tiefer in seine Innenwelt zu begeben, kreiert Bewusstsein durch Selbsterfahrung. Darin liegt das Potenzial.


Wenn du also in hitzigen Diskussionen partizipierst, hinterfrage, WER in dir gerade spricht – ist es dein ohnmächtiges, verletztes Kind oder dein wahrhaftiges, erwachsenes Selbst?


Letzteres wird nicht anklagend, verletzend, rechthaberisch, projizierend etc. sein, aber gerade deshalb eine unglaubliche Wirkungskraft haben.



Deine deep dive Mentorin

Sarah

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